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<title>Pikten</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pikten</span></h1>
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<p><b>Pikten</b> (<i><span lang="la">picti</span></i> „die Bemalten“) ist der Name, den die <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römer</a> in der späten Antike für <a href="Volksstamm" class="mw-redirect" title="Volksstamm">Völker</a> in <a href="Schottland" title="Schottland">Schottland</a> verwendeten. Der Name wird auf die in dieser Region verbreitete Tradition des <a href="T%C3%A4towierung" title="Tätowierung">Tätowierens</a> zurückgeführt. Als Herkunftsbezeichnung nicht in Frage kommt ihre Sitte, <a href="Piktischer_Symbolstein" title="Piktischer Symbolstein">Symbolsteine</a> zu gestalten, da diese zwischen dem 5. und 9. Jahrhundert entstanden. Bei den von den Römern als Pikten bezeichneten Völkern handelt es sich wahrscheinlich nicht um ein Volk (<a href="Ethnie" title="Ethnie">Ethnie</a>), sondern um verschiedene Völker mit sich unterscheidenden kulturellen Traditionen, die jedoch angesichts gemeinsamer Feinde (Römer, <a href="Skoten" title="Skoten">Skoten</a>, später auch <a href="Wikinger" title="Wikinger">Wikinger</a>) politische und militärische <a href="Milit%C3%A4rb%C3%BCndnis" title="Militärbündnis">Allianzen</a> eingingen.
</p><p>Der Ursprung der Pikten ist unklar. Ihre Sprache und Kultur verschwanden, als die Reiche der Pikten und der <a href="Kelten" title="Kelten">keltischen</a> Skoten 843 n. Chr. unter <a href="Kenneth_I." title="Kenneth I.">Kenneth MacAlpin</a> vereinigt wurden.
</p><p>Von der Kultur der Pikten ist wenig bekannt. Es sind fast nur späte Bildsteine und Stelen erhalten, die mit Schriftzeichen, teilweise in der eigenen Sprache, und <a href="Ornament" title="Ornament">Ornamenten</a> reich verziert sind. Darunter sind die <a href="Cross_Slab" title="Cross Slab">Cross Slabs</a> des 9. Jahrhunderts hervorzuheben. Ortsnamen und die Muster auf ihren allerdings späten <a href="Kunsthandwerk" title="Kunsthandwerk">kunsthandwerklichen</a> Gegenständen und gravierten Steinen deuten darauf hin, dass es sich bei den piktischen Völkern um <a href="Inselkelten" class="mw-redirect" title="Inselkelten">britannische Kelten</a> gehandelt haben könnte. Ihre Feinde hingegen, die Skoten, waren <a href="G%C3%A4len" title="Gälen">gälisch</a>-<a href="Iren" title="Iren">irische</a> Kelten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_Pikten_in_der_Geschichte">Die Pikten in der Geschichte</h2></div>
<p>Die einzigen zeitgenössischen schriftlichen Dokumente über die Pikten stammen von den <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">Römern</a>, worin vor allem die Beziehungen zwischen Römern und Pikten beschrieben werden. Zumeist werden sie dort als <a href="Kaledonier" title="Kaledonier">Caledonii</a> bezeichnet. Die Bezeichnung <i>Picti</i> ist erst für das 4. Jahrhundert bezeugt.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Bedeutend für die Geschichte der Pikten ist das <a href="Poppleton-Manuskript" title="Poppleton-Manuskript">Poppleton-Manuskript</a>, worauf die <a href="Piktische_Chronik" title="Piktische Chronik">Piktische Chronik</a> beruht. Die Pikten werden 297 n. Chr. erstmals vom <a href="Eumenius" title="Eumenius">Eumenius</a> erwähnt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Begegnungen_zwischen_Römern_und_Pikten"><span id="Begegnungen_zwischen_R.C3.B6mern_und_Pikten"></span>Begegnungen zwischen Römern und Pikten</h3></div>
<p>Die ersten dokumentierten Zwischenfälle mit den Pikten ereigneten sich im 1. Jahrhundert, als die Römer die <a href="Britische_Inseln" title="Britische Inseln">Britischen Inseln</a> bis zum <a href="Forth_(Firth_of_Forth)" title="Forth (Firth of Forth)">Forth</a> und zum <a href="Clyde_(Fluss)" title="Clyde (Fluss)">Clyde</a> eroberten. Gegen die ständigen Überfälle durch „<a href="Kaledonier" title="Kaledonier">Caledonier</a> und andere Pikten“ ließ der römische Kaiser <a href="Hadrian_(Kaiser)" title="Hadrian (Kaiser)">Hadrian</a> seit dem Jahr 122, als er Britannien besuchte, den <a href="Hadrianswall" title="Hadrianswall">Hadrianswall</a> errichten, eine Mauer mit integrierten Kastellen für die dort stationierten Truppen. 142 begann sein Nachfolger <a href="Antoninus_Pius" title="Antoninus Pius">Antoninus Pius</a> auf der Höhe von Forth und Clyde mit dem Bau des vorgeschobenen <a href="Antoninuswall" title="Antoninuswall">Antoninuswalls</a>, der kürzer war, aber wohl nicht fertig wurde. Die Römer behaupteten den Wall nur bis ins Jahr 161 und zogen sich dann wieder auf den Hadrianswall zurück.
</p><p>Im Jahr 184 überrannten die nördlichen Völker den Hadrianswall und fügten den Römern beträchtlichen Schaden zu, doch konnte der Statthalter <a href="Ulpius_Marcellus" title="Ulpius Marcellus">Ulpius Marcellus</a> den früheren Zustand wiederherstellen, und sein Nachfolger, der spätere Kaiser <a href="Pertinax_(Kaiser)" title="Pertinax (Kaiser)">Publius Helvius Pertinax</a>, sorgte zwischen 185 und 187 für längere Ruhe; daraufhin nahm Kaiser <a href="Commodus" title="Commodus">Commodus</a> den Siegerbeinamen <i>Britannicus</i> an. Im Jahr 208 rief der damalige römische Statthalter von Britannien den Kaiser <a href="Septimius_Severus" title="Septimius Severus">Septimius Severus</a> zu Hilfe. Dieser schlug bis zum Jahr 210 die Aufständischen in harten Kämpfen zurück und erhielt daher denselben Siegernamen. Nach seinem Tode im Februar 211 überließen seine Söhne <a href="Caracalla" title="Caracalla">Caracalla</a> und <a href="Geta_(Kaiser)" title="Geta (Kaiser)">Geta</a> den britannischen Norden sich selbst und kehrten nach Rom zurück. Während des restlichen 3. Jahrhunderts bildete der Hadrianswall die Grenze Britanniens, um das Jahr 300 aber sind wieder Kämpfe an der Nordgrenze dokumentiert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_Piktenkriege">Die Piktenkriege</h3></div>
<p>Das langsame Schwinden der römischen Autorität im 3. Jahrhundert nutzten die Pikten zu Überfällen, weil die römischen Truppenabzüge auf den Kontinent leichte Beute im weniger intensiv verteidigten Lande versprachen. Eine eher spekulative Theorie über die Überfälle besagt, dass ein erhöhter <a href="Populationsdruck" title="Populationsdruck">Populationsdruck</a> die Pikten zwang, sich nach Süden auszubreiten.
</p><p>Seit dem Sommer 305 unternahm der römische Kaiser <a href="Constantius_I." title="Constantius I.">Constantius I.</a> mit späterem Beinamen Chlorus einen erfolgreichen Feldzug gegen „Caledonier und andere Pikten“. Daher nahm er noch im selben Jahr zum zweiten Mal den Siegerbeinamen <i>Britannicus Maximus</i> an. Sein Enkel <a href="Constans" title="Constans">Constans</a> führte 343 einen Krieg gegen die Pikten, der in einer Münzserie mit der Darstellung des Kaisers in einem Schiff symbolisiert wird. Im Jahr 360 entsandte Kaiser <a href="Julian_(Kaiser)" title="Julian (Kaiser)">Julian</a> seinen <a href="Magister_militum" title="Magister militum">Heermeister</a> <a href="Lupicinus_(Heermeister)" title="Lupicinus (Heermeister)">Lupicinus</a> gegen die Pikten und die mit ihnen verbündeten Skoten von <a href="Irland" title="Irland">Irland</a>, die in Britannien eingefallen waren.
</p><p>Danach kam es immer häufiger zu <a href="Scharm%C3%BCtzel" title="Scharmützel">Scharmützeln</a> mit den nördlichen Völkern. Für das Jahr 364 nennt der römische Historiker <a href="Ammianus_Marcellinus" title="Ammianus Marcellinus">Ammianus Marcellinus</a> die Dicalydones, Verturiones, Skoten, Attacotti und <a href="Sachsen_(Volk)" title="Sachsen (Volk)">Sachsen</a> als Völker, die dem Römischen Reich in Britannien Probleme bereiteten. Bis heute ist unklar, welche Beziehungen diese Völker untereinander hatten und wo die anderen außer den Skoten und Sachsen siedelten.
</p><p>Im Jahr 367 verbündeten sich Pikten, Skoten und Attacotti zu einer <i>Conspiratio barbarica</i> (‚barbarische Verschwörung‘). Der römische General <a href="Flavius_Theodosius" title="Flavius Theodosius">Flavius Theodosius</a> wurde von Kaiser <a href="Valentinian_I." title="Valentinian I.">Valentinian I.</a> nach Britannien entsandt, um diese niederzuschlagen; danach wurde 368 der Hadrianswall renoviert. Der folgende Friede dauerte jedoch nur bis zum Jahr 382, als Pikten und Skoten erneut Britannien überfielen, doch wurden sie vom damaligen Militärbefehlshaber <a href="Magnus_Maximus" title="Magnus Maximus">Magnus Maximus</a> zurückgeschlagen.
</p><p>Zwei nichtrömische Quellen belegen Aktivitäten der Pikten:
</p>
<ul><li>Ein erhaltener Brief von <a href="Patrick_von_Irland" title="Patrick von Irland">St. Patrick</a> an Coroticus (einen südwest-schottischen König) aus dem 5. Jahrhundert rügt diesen für sein „schändliches, niederträchtiges und unchristliches“ Verhalten.</li>
<li>Der Mönch <a href="Gildas" title="Gildas">Gildas</a> (500–570) zählt im Jahr 540 drei Piktenkriege auf: Der erste von 382, der von Magnus Maximus niedergeschlagen wurde, der zweite von 396–398, vom Heermeister <a href="Stilicho" title="Stilicho">Stilicho</a> geführt (dieser wird auch in einem Gedicht des <a href="Claudian" title="Claudian">Claudian</a> erwähnt<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>), und der dritte im Jahr 450, bei dem die Pikten angeblich von <a href="Flavius_A%C3%ABtius" title="Flavius Aëtius">Flavius Aëtius</a> geschlagen wurden. Das letztgenannte Ereignis ist allerdings fiktiv, denn die römische Herrschaft in Britannien schwand nach dem Jahr 410 allmählich dahin, als Kaiser <a href="Flavius_Honorius" title="Flavius Honorius">Flavius Honorius</a> die übriggebliebenen regulären Truppeneinheiten zum Schutze Italiens abzog. Allerdings nennt Gildas für 446 ein letztes Hilfegesuch der römischen Britannier an Aëtius, das ungehört blieb: Damals hatten die Sachsen und <a href="Angeln_(Volk)" title="Angeln (Volk)">Angeln</a> begonnen, nach Britannien überzusetzen und es in Besitz zu nehmen.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Piktland_nach_dem_Abzug_der_Römer"><span id="Piktland_nach_dem_Abzug_der_R.C3.B6mer"></span>Piktland nach dem Abzug der Römer</h3></div>
<p>Nach Abzug der Römer werden die Quellen sehr ungenau. Die vom Mönch <a href="Gildas" title="Gildas">Gildas</a> erhaltene <a href="Liste_der_K%C3%B6nige_der_Pikten" title="Liste der Könige der Pikten">Königsliste</a> kann nicht mit anderen Quellen abgestimmt werden, und moderne Historiker vermuten, dass die darin beschriebenen Gräueltaten von Gildas stark übertrieben, wenn nicht frei erfunden wurden.
</p><p>Nachdem die Römer die Provinz Britannia verlassen hatten, drangen die Pikten nach Süden vor. Im Jahr 550 wurde Bridei mac Maelcon, der erste namentlich bekannte König von Fortriu aus der Gegend um den <a href="River_Ness" class="mw-redirect" title="River Ness">River Ness</a>, zum „König der Pikten“ gekrönt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Er soll bei der unbelegten Bekehrung der Pikten zum <a href="Christentum" title="Christentum">Christentum</a> im Laufe des 6. Jahrhunderts eine wichtige Rolle gespielt haben. Bridei vereinte nördliche und südliche Pikten und besiegte die Skoten.
</p><p>Nach Brideis Tod im Jahr 584 begannen die <a href="Angelsachsen" title="Angelsachsen">Angelsachsen</a> unter <a href="%C3%86thelfrith_(Northumbria)" title="Æthelfrith (Northumbria)">Æthelfrith</a>, König von <a href="Northumbria" title="Northumbria">Northumbria</a>, Druck auf die Pikten auszuüben. Nachdem er die Skoten geschlagen hatte, waren Pikten und Angelsachsen zu Nachbarn geworden. Zuerst schienen die Beziehungen zwischen den beiden Völkern positiv und friedlich abzulaufen. Es gab sogar Heiraten unter den jeweiligen Königsfamilien. Im Jahr 668 jedoch scheint <a href="Oswiu" title="Oswiu">Oswiu</a>, König von <a href="Northumbrien" class="mw-redirect" title="Northumbrien">Northumbrien</a>, sein Territorium nach „Piktland“ ausgeweitet zu haben.
</p><p>Für über 30 Jahre wurde Südpiktland von Northumbrien aus regiert. <a href="Wilfrid" class="mw-redirect" title="Wilfrid">Wilfrid</a> berichtet von einer piktischen Revolte aus dieser Zeit, die von <a href="Ecgfrith_(Northumbria)" title="Ecgfrith (Northumbria)">Ecgfrith</a> von Northumbrien grausam niedergeschlagen wurde: Es wird ihm nachgesagt, er hätte eine Brücke aus piktischen Körpern über zwei Flüsse gebaut, damit seine Armee diese trockenen Fußes überqueren könne, um das verbleibende piktische Heer niederzuschlagen. 685 schlug der Piktenkönig Bridei mac Bili (Brude mac Bile) Ecgfrith in der <a href="Schlacht_bei_Dunnichen_Mere" title="Schlacht bei Dunnichen Mere">Schlacht bei Dunnichen Mere</a> jedoch vernichtend. Die Nordgrenze Northumberlands verschob sich nach Süden, die in Piktland verbleibenden Northumbrier wurden versklavt.
</p>
<p>706 wurde Nechton mac Derelei (Nechtan mac Derile) Anführer der Pikten. Er beendete den Konflikt mit Northumbrien und begann diplomatische Beziehungen mit den Angelsachsen. Nechton musste sich jedoch während seiner Regierungszeit immer wieder gegen Angriffe aus den eigenen Reihen behaupten. Sein Bruder Ciniod (Cinioch) wurde vom Herrscher von <a href="Atholl_(Schottland)" title="Atholl (Schottland)">Atholl</a>, der Kernregion des südlichen Piktenlands, die mit dem nördlichen Fortriu konkurrierte, ermordet.
</p><p>724 dankte Nechton ab und ging ins Kloster. Seine Nachfolge war hart umkämpft, im Jahr 729 übernahm schließlich <a href="%C3%93engus_I." title="Óengus I.">Oengus mac Fergus</a> (Onuist mac Uirguist) die Macht. Oengus konnte sich bis zu seinem Tod im Jahr 761 auf dem Thron halten. Er führte in dieser Zeit Krieg gegen die Skoten, die Iren und gegen Northumbrien.
</p><p>Nach dem Tod von Oengus wird die Geschichte der Pikten wieder unklar. Es scheint viele Scharmützel, aber auch einige gemeinsame Könige von Skoten und Pikten gegeben zu haben. Mitte des 9. Jahrhunderts verbündete sich <a href="Kenneth_MacAlpin" class="mw-redirect" title="Kenneth MacAlpin">Kenneth MacAlpin</a>, König der Skoten aus der Dynastie Lorne, mit den <a href="Wikinger" title="Wikinger">Wikingern</a> und schlug die Pikten vernichtend. 843 ließ er sich zum König der Skoten und Pikten ausrufen. Die Pikten wurden ins skotische Reich eingegliedert und die beiden Kulturen scheinen ineinander aufgegangen zu sein.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Sprache">Sprache</h2></div>
<p>Der Ursprung und die <a href="Klassifikation" title="Klassifikation">Klassifikation</a> der piktischen Sprache konnten bis heute nicht hinreichend geklärt werden. Mit drei gängigen Theorien wird jeweils versucht, das Piktische als
</p>
<ul><li><a href="Keltische_Sprachen" title="Keltische Sprachen">keltische</a>,</li>
<li>nichtkeltische, aber <a href="Indogermanische_Sprachen" title="Indogermanische Sprachen">indogermanische</a></li>
<li>nichtindogermanische Sprache</li></ul>
<p>einzuordnen.
Keines der Modelle hat bis heute allgemeine Anerkennung gefunden.
</p><p>Inschriften auf gravierten Steinen belegen, dass die Pikten eine eigene Sprache mit <a href="Irische_Sprache" title="Irische Sprache">irisch-gälischen</a>, aber auch <a href="Britannische_Sprachen" title="Britannische Sprachen">britannischen</a> <a href="Lehnwort" title="Lehnwort">Lehnwörtern</a> sprachen. Die Anzahl und Art der nichtgälischen Elemente macht jedoch einen nichtkeltischen, möglicherweise sogar nichtindogermanischen Ursprung denkbar.
</p><p>Ein <a href="Spinnwirtel" class="mw-redirect" title="Spinnwirtel">Spinnwirtel</a>, der sogenannte <a href="Buckquoy-Spinnwirtel" title="Buckquoy-Spinnwirtel">Buckquoy-Spinnwirtel</a>, weist eine <a href="Ogham" title="Ogham">Ogham</a>-Inschrift auf, die vor den Forschungsergebnissen von <a href="Katherine_Forsyth" title="Katherine Forsyth">Katherine Forsyth</a> (ab 1995 veröffentlicht) als in piktischer Sprache verfasst angesehen wurde. Mittlerweile neigt die Forschung dazu, die Pikten als keltischsprachig anzusehen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Möglicherweise waren sie der Teil der britannischen Kelten, der nie von den Römern unterworfen wurde und durch den Bau der römischen Grenzwälle vom Rest Britanniens abgeschnitten wurde. Vorindogermanisches Substrat wird allenfalls in den Namen mancher Inseln vermutet, die keine bekannte etymologische Erklärung aufweisen und weder aus einer keltischen noch germanischen Sprache zu stammen scheinen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Religion">Religion</h2></div>
<p>Auch über die Religion der Pikten ist nicht viel mehr bekannt als das, was römische Historiker und christliche Mönche geschrieben haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Kult">Kult</h3></div>
<p>Ziemlich sicher gab es bei den Pikten eine große Anzahl Gottheiten, auch lokale Gottheiten der Berge, Bäume, Flüsse, Lochs, Tiere oder Wälder. Die große Anzahl von Steinen mit eingravierten Bullen, die in der Umgebung von Burghead gefunden wurde, könnte beispielsweise auf einen Stierkult schließen lassen.
</p><p>Ob die Pikten <a href="Menschenopfer" title="Menschenopfer">Menschenopfer</a> kannten, ist umstritten. Piktische Steine aus der späteren, christlichen Periode stellen mit Menschenköpfen verzierte Bäume dar. Andere Gravuren zeigen Menschen in Kochkesseln, bei denen es sich um Darstellungen von Opfern oder aber Wiedergeburt handeln könnte – einige prominente keltische Legenden drehen sich um den <a href="Kessel_von_Gundestrup" title="Kessel von Gundestrup">Kessel (Kessel von Gundestrup)</a> der Wiedergeburt.
</p><p>Als Kultzentren mögen Höhlen (<a href="Sculptor%E2%80%99s_Cave" title="Sculptor’s Cave">Sculptor’s Cave</a>, <a href="Wemyss_Caves" title="Wemyss Caves">Wemyss Caves</a>) oder prähistorische Steinkreise und -formationen gedient haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Bestattungen">Bestattungen</h3></div>
<p>Es gibt in Schottland eine Reihe piktischer Gräber. Früher glaubte man, dass sie sich im Osten und Nordosten von Schottland konzentrierten, aber Luftaufnahmen und jüngste Ausgrabungen zeigen typische piktische Grabhügel in den Borders in Lothian und in <a href="Dumfries_and_Galloway" title="Dumfries and Galloway">Dumfries and Galloway</a>. Die Pikten haben ihre Toten in einer großen Variationsbreite bestattet: durch Erd- und Feuerbestattungen, in <a href="Steinkiste" title="Steinkiste">Steinkisten</a>, unter <a href="Cairn_(Steinh%C3%BCgel)" title="Cairn (Steinhügel)">Cairns</a> und runden Erdhügeln (Barrows). Es ist auch <a href="Exkarnation" class="mw-redirect" title="Exkarnation">Exkarnation</a> festzustellen. Unklar ist, wie diese Praktiken für eine bestimmte Person oder Gruppe ausgewählt wurden.
</p><p>Es überwiegen Cairns im Norden von Schottland. Cairns enthalten oft eine Reihe von Einzelbestattungen, manchmal fünf bis sechs, wohingegen Grabhügel fast immer nur ein Grab enthalten. Ein Gräberfeld kann Cairns und Hügelgräber enthalten, und Ausgrabungen und Datierungen zeigen, dass diese in der Regel aus dem 3. bis 6. Jahrhundert n. Chr. stammen. Danach werden Bestattungen auf nichteingehegten Gräberfeldern seltener; jüngere Bestattungen entstehen öfter im Zusammenhang mit Kirchen. <a href="Garbeg" title="Garbeg">Garbeg</a> bei <a href="Drumnadrochit" title="Drumnadrochit">Drumnadrochit</a> mit Ergebnissen aus dem 10. bis Ende 11. Jahrhundert ist eher eine Ausnahme.
</p><p>Die Gräber sind immer ungefähr Ost-West orientiert, auch in den Jahrhunderten vor Einführung des Christentums. In den unüblichen eher seltenen Erdbestattungen liegt der Kopf im Westen. Bemerkenswerterweise sind fast alle Piktenbestattungen beigabenlos zum Unterschied zu den zeitgenössischen reich ausgestatteten angelsächsischen Bestattungen in England.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_piktische_Kirche">Die piktische Kirche</h3></div>
<p>Die Pikten wurden angeblich im Laufe des 5. und 6. Jahrhunderts von <a href="Ninian_von_Whithorn" title="Ninian von Whithorn">St. Ninian</a> und <a href="Columba_von_Iona" class="mw-redirect" title="Columba von Iona">St. Columba</a> christianisiert. Moderne Historiker vermuten jedoch, dass sich das Christentum in Piktland erst im Laufe des 8. Jahrhunderts oder noch später endgültig durchsetzen konnte. Bei den meisten Beweisen für eine frühe piktische Kirche handelt es sich um Steinskulpturen und -gravuren (z. B. <a href="Piktisches_Kreuz" class="mw-redirect" title="Piktisches Kreuz">piktische Kreuze</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gesellschaftsstruktur">Gesellschaftsstruktur</h2></div>
<p>Die Pikten waren <a href="Tribalismus" title="Tribalismus">tribal</a> (d. h. in Stämmen organisiert), rural (ländlich), hierarchisch und familienzentriert.
</p><p>Piktland war vermutlich in sieben unabhängige Regionen (Königreiche) aufgeteilt: Fortriu (heute Strathearn und Menthieth), Fothriff (heute <a href="Fife_(Schottland)" class="mw-redirect" title="Fife (Schottland)">Fife</a> und Kinross), Circhenn (<a href="Angus_(Schottland)" title="Angus (Schottland)">Angus</a> und Mearns), Fotla (heute Atholl), Catt, Ce und Fidach. Diese Regionen waren von <i>tuaithe</i> (sing. <i><a href="Tuath" title="Tuath">tuath</a></i>) oder <i>derbfhines</i> (Familienverbänden) bewohnt. Ein <i>derbfhine</i> bestand aus den Nachkommen eines gemeinsamen Urgroßvaters (d. h. alle Verwandten 2. Grades in der Vaterlinie). Das Land gehörte dem Familienverband und wurde gemeinsam bewirtschaftet.
</p><p>Die Frauen hatten einen hohen Status – höher beispielsweise als bei den Römern und anderen zeitgenössischen Kulturen. Es gibt Hinweise römischer Autoren, dass es bei den Pikten weibliche Krieger gab.
</p><p>Die Gesellschaft war streng hierarchisch aufgebaut (<a href="Standesgesellschaft" class="mw-redirect" title="Standesgesellschaft">Standesgesellschaft</a>). An der Spitze standen erbliche oder gewählte Könige, zuunterst Sklaven und Leibeigene.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Könige"><span id="K.C3.B6nige"></span>Könige</h3></div>
<p>Die Königswürde war erblich. Verschiedene Quellen widersprechen sich jedoch, ob sie über die Vater- oder die Mutterlinie vererbt wurde. Die Namen der Könige (<i>maqq</i> oder <i><a href="Irische_Familien" class="mw-redirect" title="Irische Familien">mac</a></i> ‚Sohn des …‘) und andere Belege deuten eher auf die Vaterlinie, wobei nicht auszuschließen ist, dass in Ausnahmefällen die Mutterlinie zum Tragen kam.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Adel">Adel</h3></div>
<p>Unterhalb der Könige standen verschiedene Grade von Adligen. Adlige waren einerseits Krieger, aber auch Berufstätige wie Poeten, Künstler, Handwerker, Rechtsgelehrte, Historiker und Musiker. Ihre Fähigkeiten erlaubten ihnen, einen höheren Stand einzunehmen, als ihnen von Geburt wegen zustand.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Freie">Freie</h3></div>
<p>Der Großteil der Bevölkerung gehörte wohl zu den Freien. Freie waren Bauern und bezahlten Abgaben aus der Ernte an den König, der ihnen im Gegenzug militärischen Schutz leistete.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Leibeigene">Leibeigene</h3></div>
<p>Zuunterst in der Hierarchie standen Sklaven und Leibeigene. Sie werden im 5. Jahrhundert in dem Brief von <a href="Patrick_von_Irland" title="Patrick von Irland">St. Patrick</a> an den König Coroticus erwähnt: Patrick schilt Coroticus dafür, christliche Sklaven gekauft zu haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kriegskunst">Kriegskunst</h2></div>
<p>Auf vielen piktischen Steinstelen und Skulpturen werden Krieger dargestellt, so dass sich Historiker ein ziemlich präzises Bild über eine piktische Armee machen können. Auf den <a href="Skulpturensteine_von_Aberlemno" title="Skulpturensteine von Aberlemno">Skulpturensteinen von Aberlemno</a> ist die Kampfesweise der Pikten der späten <a href="V%C3%B6lkerwanderung" title="Völkerwanderung">Völkerwanderungszeit</a> und des <a href="Fr%C3%BChmittelalter" title="Frühmittelalter">Frühmittelalters</a> gut zu erkennen. Abgebildet ist vermutlich die Schlacht bei Dunnichen Mere von 685, in der Ecgfrith von Northumbrien von Bridei Mac Bili geschlagen wurde.
</p><p>Im Zentrum der piktischen Armee steht ein typischer <a href="Schildwall" title="Schildwall">Schildwall</a>, symbolisiert durch drei hintereinanderstehende Krieger. Der vordere kämpft mit Schwert und Rundschild, während der nächste Krieger einen Schild umgehängt hat und mit einem langen Speer aus der zweiten Reihe kämpft. Der dritte Krieger steht bereit, um möglicherweise entstehende Lücken zu schließen. An den Flanken befindet sich die Reiterei, die mit Schwertern, Speeren und Schilden bewaffnet ist. Einige Historiker sehen in der Abbildung auch eine Art Comic-strip, der den Schlachtverlauf wiedergibt. Demnach stünde die Reiterei nicht an den Flanken der Fußtruppen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Waffen">Waffen</h3></div>
<p>Die wichtigsten Waffen der Pikten scheinen der <a href="Speer" title="Speer">Speer</a> und das <a href="Schwert" title="Schwert">Schwert</a> gewesen zu sein. Speere werden mit blattförmigen Spitzen dargestellt. Es gab sowohl Wurfspeere als auch Speere für den Nahkampf. Die Schwerter waren aus Eisen und waren mit <a href="Parierstange" title="Parierstange">Parierstange</a> und Knauf versehen. Diese waren wahrscheinlich je nach Stand des Besitzers reich verziert. Von den Schwertscheiden haben sich in nur zwei Fällen die <a href="Ortband" class="mw-redirect" title="Ortband">Ortbänder</a> (unterer Abschluss der Scheide) aus Silber erhalten. Sie stammen aus dem St. Ninians Horde von den Shetlands, sind U-förmig und reich verziert. Auf den Bildsteinen sind solche Ortbänder ebenfalls zu erkennen, so dass man davon ausgehen kann, dass es sich dabei um eine typische Form handelt.
</p><p>Neben Speer und Schwert scheinen auch <a href="Axt" title="Axt">Äxte</a> im Nahkampf verwendet worden zu sein. Darstellungen zeigen sowohl einhändig als auch zweihändig geführte Kriegsäxte.
</p><p>Daneben gibt es Darstellungen mit Bogen und möglicherweise Armbrüsten. Die Pikten hätten dann im Vergleich mit anderen Völkern die Armbrust verhältnismäßig früh eingesetzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Rüstung"><span id="R.C3.BCstung"></span>Rüstung</h3></div>
<p>Bisher haben Archäologen lediglich kleinere Fragmente von <a href="Kettenhemd" class="mw-redirect" title="Kettenhemd">Kettenhemden</a> gefunden. Silberhaken stammen sehr wahrscheinlich von römischen <i>Loricae squamatae</i>.
</p><p>Sich auf die Caledonen und Maeatae (Völker aus dem heutigen Schottland) beziehend schreibt <a href="Herodian" title="Herodian">Herodian</a>, dass die Briten keine Rüstung kennen.
</p><p>Es gab offenbar zwei verschiedene Schildarten: Einerseits rechteckige oder länglich-ovale Schilde, die dem römischen <i><a href="Scutum_(Schutzwaffe)" title="Scutum (Schutzwaffe)">Scutum</a></i> ähnelten, jedoch kleiner und handlicher waren; andererseits die bereits beschriebenen gälischen Rundschilde, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Sie wurden auf vielen Steinen, aber auch im <i><a href="Book_of_Kells" title="Book of Kells">Book of Kells</a></i> dargestellt und waren eventuell irischer Herkunft.
</p><p>Rüstung lässt sich auf keinem Bildstein mit Sicherheit erkennen. Die zentrale Figur des <i><a href="Sueno%E2%80%99s_Stone" title="Sueno’s Stone">Sueno’s Stones</a></i> (es handelt sich offensichtlich um einen Anführer) könnte einen <a href="Gambeson" title="Gambeson">Gambeson</a> oder etwas Ähnliches tragen. Ob auf dem <i>Dupplin Cross</i> Helme zu erkennen sind, ist umstritten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Befestigungen">Befestigungen</h3></div>
<p>Wie die keltischen Stämme in Gallien legten auch die Pikten im heutigen Schottland Wallburgen auf schwer zugänglichen Hügeln an. Auf den britischen Inseln hat sich im englischen Sprachgebrauch für solche Anlagen der Begriff <a href="Hillfort" title="Hillfort">Hillfort</a> etabliert. Es sind zumeist unregelmäßige, der Geomorphologie angepasste Wall- und Grabenanlagen. Sie dienten nicht nur dem Rückzug und der Verteidigung, sondern waren auch als klares Zeichen der Herrschaft über ein Gebiet zu verstehen.
Die Überreste solcher wahrscheinlich piktischer Befestigungen in den Highlands sind Craig Phadrig, Tor Dhuin, <a href="Dun_da_Lamh" class="mw-redirect" title="Dun da Lamh">Dun da Lamh</a> und Dun Deardail. Es gibt aber in vielen Fällen keine umfangreichen archäologischen Ausgrabungen und nur unzureichende Datierungen.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Transport">Transport</h3></div>
<p>Laut den Aufzeichnungen von <a href="Tacitus" title="Tacitus">Tacitus</a> benutzten die Caledonier in der <a href="Schlacht_am_Mons_Graupius" title="Schlacht am Mons Graupius">Schlacht am Mons Graupius</a> Kriegswagen. Obwohl Kriegswagen auf irischen Steinskulpturen vorkommen, wurden in Nordschottland keine solchen Darstellungen gefunden. Während die Gallier die Streitwagen schon bei Cäsars Ankunft aufgegeben hatten, wurden sie von den Briten wohl noch bis in das 1. Jahrhundert n. Chr. benutzt. Bis zum Aufkommen der Bildsteine (frühestens um 400) wurden sie auch hier aufgegeben.
</p><p>Das Pferd war hingegen ein wichtiges Transportmittel für die piktischen Krieger. Es wurde mit oder ohne Sattel geritten. Daneben wurden Boote für den Truppentransport und den Krieg benutzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wirtschaft">Wirtschaft</h2></div>
<p>Die Wirtschaft der Pikten beruhte hauptsächlich auf der Agrikultur. Sie führten jedoch auch regen Handel mit anderen Ländern und Kulturen der damaligen Zeit. Edelmetalle und Devisen beschafften sie sich durch Überfälle auf die Römer und ihre Nachbarn, die Skoten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Landwirtschaft">Landwirtschaft</h3></div>
<p>Die Landwirtschaft der Pikten basierte auf der <a href="Viehhaltung" class="mw-redirect" title="Viehhaltung">Viehhaltung</a>. 61 % der von Forschern gefundenen Knochen aus der damaligen Zeit stammen von Rindern, 31 % von Schweinen und nur 8 % von Schafen und Ziegen.
</p><p>Die Rinderherden waren klein, und es wurden jeweils nur so viele Tiere geschlachtet wie nötig. Schafe und Ziegen wurden wegen ihres Fleisches gezüchtet, nicht wegen der Wolle.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Handwerk">Handwerk</h3></div>
<p>Viele handwerkliche Gegenstände waren aus organischen Materialien hergestellt und haben die Zeit nicht überlebt. Auf gravierten Steinen werden zahlreiche Alltagsgegenstände dargestellt: geschnitzte Bänke und Stühle, Ruhebetten, schön verzierte Dreibeine für die ebenso schön verzierten und mit Griffen versehenen Kochkessel.
</p><p>Die Pikten kannten auch mannigfaltige Werkzeuge: Zangen, Ambosse, Hämmer und Äxte für verschiedene Zwecke sind auf diversen Steinen abgebildet.
</p><p>Das Weben scheint in Piktland nicht weit verbreitet gewesen zu sein. Es gibt keine Funde von Webstühlen oder dafür benötigten Werkzeugen nach dem Jahr 200.
</p><p>Die Holzbearbeitung hingegen war weitverbreitet. Es sind einige sehr schöne, mit geschnitzten Ornamenten versehene Holzbehälter aus der Gegend des <a href="Loch_Glashan_Crann%C3%B3g" title="Loch Glashan Crannóg">Loch Glashan Crannóg</a> (Argyll) erhalten, in denen Werkzeug aufbewahrt wurde. Spachteln, Klammern, Nadeln, Handgriffe, Spindeln, Kämme usw. wurden aus Holz, aber auch aus Knochen hergestellt und reich verziert.
</p><p>Nur wenige Lederarbeiten haben überlebt. In <a href="Dundurn_Fort" title="Dundurn Fort">Dundurn Fort</a> wurde ein Schuh gefunden, der aus einem Stück gearbeitet wurde und über und über verziert war. Dies weist auf ein hochstehendes Lederhandwerk hin.
</p><p>Aus Knochen sind recht viele Arbeiten erhalten geblieben. Es handelt sich um Nähwerkzeug, Nadeln, Kleidernadeln, Kämme, Gurtschnallen usw. Viele dieser Gegenstände sind nicht nur mit Schnitzereien, sondern auch mit Nieten aus Bronze verziert. Stein benutzten die Pikten, um daraus Schleifsteine, Formen für Metallbarren und Topfdeckel zu machen.
</p><p>Die Pikten selbst haben kein Glas hergestellt. Es scheint jedoch, als hätten sie importiertes Glas geschmolzen, um daraus Glasperlen und Armbänder zu fertigen.
</p><p>Das am weitesten verbreitete Handwerk war die Schmiedekunst. Eisen wurde zu einer Vielfalt von Gegenständen verarbeitet: Verschlüsse, Schnallen, Pfeil- und Speerspitzen, Äxte, Meißel, Ahlen, Hammerköpfe, Messer, Nägel, Metallreifen für Fässer, Handgriffe, Schwerter.
</p><p>Nicht nur Eisen, sondern auch Bronze und Silber wurden von piktischen Handwerkern geschmolzen und bearbeitet. Es wurden Gießformen gefunden, die zeigen, dass diese Metalle gegossen wurden. Die Formen bestanden aus zwei Teilen, und die komplexen dreidimensionalen Verzierungen wurden bereits in die Gießform geschnitzt.
In <a href="Dunadd" title="Dunadd">Dunadd</a> in <a href="Dalriada" title="Dalriada">Dalriada</a> wurden auf diese Weise auch Gegenstände aus Zinn hergestellt; und in Dunadd und Dunollie auch welche aus Gold.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Handel">Handel</h3></div>
<p>Gefundene Töpferwaren und Behälter weisen darauf hin, dass die Pikten regen Handel mit anderen Völkern getrieben haben. Offenbar kamen die Handelsschiffe aus dem Mittelmeer entlang der Atlantikküste über die irische See nach Schottland.
</p><p>Auch mit den Nachbarn in Northumbrien und Irland wurde fleißig gehandelt. Sogar bei den Wikingern wurden piktische Metallarbeiten gefunden.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Bekleidung">Bekleidung</h2></div>
<p>Ein einziges Kleidungsstück hat die Zeit überdauert. Es handelt sich dabei um den sogenannten <a href="Orkney_Hood" title="Orkney Hood">Orkney Hood</a>, eine <a href="Gugel_(Kleidung)" title="Gugel (Kleidung)">Gugel</a>, die 1867 beim Torfstechen gefunden wurde. Sie ist aus (vermutlich naturbrauner) Wolle in Fischgratbindung hergestellt, auf die brettchengewebte Bänder und Fransen aufgesetzt sind. Aus den Aufzeichnungen der Römer sowie anhand der Steinskulpturen lassen sich weitere Schlüsse über Trachtelemente ziehen.
</p><p>Frauen trugen ein langes Hemd und einen Überwurf, der mit einer <a href="Fibel_(Schlie%C3%9Fe)" title="Fibel (Schließe)">Fibel</a> zusammengehalten wurde. Die auf Skulpturen abgebildeten Frauen trugen ihr Haar relativ kurz – nicht länger als schulterlang und zusammengebunden.
</p><p>Männer tragen auf den Abbildungen – sofern sie nicht die weiter oben beschriebene Kriegsausrüstung trugen – eine Art <a href="Tunika" title="Tunika">Tunika</a> und denselben mit einer Fibel zusammengehaltenen Überwurf wie die Frauen. Piktische Männer trugen ihr Haar lang (manchmal rückenlang) und ließen sich einen Bart stehen.
</p><p>Als Schmuck trugen sowohl Männer als auch Frauen Broschen, <a href="Fibel_(Tracht)" class="mw-redirect" title="Fibel (Tracht)">Kleidernadeln</a>, Haarnadeln, <a href="Ring_(Schmuck)" title="Ring (Schmuck)">Fingerringe</a>, Arm- und Halsreifen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Zeitvertreib">Zeitvertreib</h2></div>
<p>Die Pikten kannten diverse <a href="Brettspiel" title="Brettspiel">Brettspiele</a>, wovon einige ursprünglich von den Iren und von den Römern stammten.
</p><p>Es gibt auch Hinweise, dass Musizieren und Singen ein beliebter Zeitvertreib waren. Zwei verschiedene Typen von <a href="Harfe" title="Harfe">Harfen</a> wurden gefunden: große Instrumente, die auf dem Boden standen und sitzend gespielt wurden (ähnlich den heutigen Konzertharfen). Daneben gab es eine kleinere Harfe, die der Musikant oder die Musikantin zum Spielen in der Hand hielt.
</p><p>Auch das Horn wurde gespielt (Sachsenhorn?). Auf dem <a href="Nigg_Stone" title="Nigg Stone">Stein von Nigg</a> sind Figuren mit <a href="Zimbel" title="Zimbel">Cymbalum</a> abgebildet, einem Instrument, das jedoch im piktischen Raum nirgendwo gefunden wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Trivia">Trivia</h2></div>
<p>Der erste nicht mehr von den ursprünglichen Autoren verfasste Band <i><a href="Asterix_bei_den_Pikten" title="Asterix bei den Pikten">Asterix bei den Pikten</a></i> der <a href="Asterix" title="Asterix">Asterix</a>-Reihe spielt bei den Pikten.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Nick Aitchinson: <i>The Picts and the Scots at War.</i> Alan Sutton, Stroud 2003, ISBN 0-7509-2556-6.</li>
<li>Barbara E. Crawford, Frederick Threlfall Wainwright (Hrsg.): <i>The Problem of the Picts</i>. Greenwood Press, 1955. ISBN 978-0-8371-3381-2. (englisch)</li>
<li>William A. Cummins: <i>The Age of the Picts.</i> Alan Sutton, Stroud 1995, ISBN 0-7509-0924-2.</li>
<li><a href="Alexander_Demandt" title="Alexander Demandt">Alexander Demandt</a>: <i>Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284–565 n. Chr.</i> 2. Auflage, Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-07992-4.</li>
<li>Jürgen Diethe: <i>Die Pikten: Geschichte und Mythos eines rätselhaften Volkes</i>. König, Greiz 2011, ISBN 978-3-939856-44-3.</li>
<li><a href="Katherine_Forsyth" title="Katherine Forsyth">Katherine Forsyth</a>: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">The ogham-inscribed spindle-whorl from Buckquoy: evidence for the Irish language in pre-Viking Orkney?</cite> In: <cite class="lang" lang="en" dir="auto" style="font-style:italic">Proceedings of the Society of Antiquaries of Scotland</cite>. <span style="white-space:nowrap">Band<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>125</span>, 1995, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>677–96</span> (englisch, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://archaeologydataservice.ac.uk/archives/view/psas/contents.cfm?vol=125&CFID=2693&CFTOKEN=67AEF847-C791-422B-AAED32516596FFFE">online</a> [abgerufen am 12. Juli 2012]).<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Pikten&rft.atitle=The+ogham-inscribed+spindle-whorl+from+Buckquoy%3A+evidence+for+the+Irish+language+in+pre-Viking+Orkney%3F&rft.au=Katherine+Forsyth&rft.btitle=Proceedings+of+the+Society+of+Antiquaries+of+Scotland&rft.date=1995&rft.genre=book&rft.pages=677-96&rft.volume=125" style="display:none"> </span></li>
<li>George und Isabel Henderson: <i>The Art of the Picts. Sculpture and Metalwork in early medieval Scotland.</i> Thames and Hudson, London 2004, ISBN 0-500-23807-3.</li>
<li>Benjamin Hudson: <i>The Picts.</i> Wiley-Blackwell, 2014. ISBN 978-1-4051-8678-0 (Leinen); ISBN 978-1-118-60202-7 (Paperback).</li>
<li>Lloyd und Jenny Laing: <i>The Picts and the Scots.</i> Alan Sutton, Stroud 1993, ISBN 0-86299-885-9.</li>
<li>Gordon Noble: <i>The problem of the Picts: Searching for a lost people in northern Scotland.</i> In: <i>Current Archaeology,</i> 364 (2020), S. 28–35. <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.archaeology.co.uk/articles/the-problem-of-the-picts.htm">Online</a>.</li>
<li>Kate Ravilious: <i>Land of the Picts - New excavations reveal the truth behind the legend of these fearsome northern warriors.</i> In: Archaeology, 74-5 (2021), S. 55f.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Filme">Filme</h2></div>
<ul><li><i><a href="Centurion_(Film)" title="Centurion (Film)">Centurion – Fight or Die</a></i>; UK 2010; Regie, Drehbuch: <a href="Neil_Marshall" title="Neil Marshall">Neil Marshall</a>; Handlung: Kampf der <a href="Legio_VIIII_Hispana" title="Legio VIIII Hispana">Neunten Römischen Legion</a> gegen die Pikten im Jahr 117 n. Chr.; FSK: 18</li>
<li><i><a href="Der_Adler_der_neunten_Legion" title="Der Adler der neunten Legion">Der Adler der neunten Legion</a></i>; USA, UK 2011; Regie: <a href="Kevin_Macdonald" title="Kevin Macdonald">Kevin Macdonald</a>; Drehbuch: <a href="Jeremy_Brock" title="Jeremy Brock">Jeremy Brock</a>; Handlung: die verschollene Standarte der Neunten Legion wird jenseits des Hadrianswalls im Land der Pikten gesucht; FSK 12</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Picts?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Pikten</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Pikte" class="extiw external" title="wikt:Pikte">Wiktionary: Pikte</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li>Roland Spencer-Jones: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://nosasblog.wordpress.com/2014/10/12/pictish-burial-practices-and-remains/"><i>Pictish Burial Practices and Remains</i></a> (englisch, über piktische Bestattungsbräuche), in: <i>North of Scotland Archaeological Society (NOSAS) Archaeology Blog</i>, 12. Oktober 2014, abgerufen am 4. Februar 2022.</li>
<li>Berthold Seewald: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.welt.de/geschichte/article236026806/Schottlands-Pikten-Sie-fuehrten-gefesselte-Menschen-sowie-Vieh-mit-sich.html?source=puerto-reco-2_AAA-V2.B_test">Die bemalten Invasoren führten gefesselte Menschen mit sich.</a> In: <i>welt.de</i>, 4. Januar 2022, abgerufen am 4. Februar 2022.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Heinz_C%C3%BCppers" title="Heinz Cüppers">Heinz Cüppers</a>: <i>Caledonii</i>. In: <i><a href="Der_Kleine_Pauly" title="Der Kleine Pauly">Der Kleine Pauly</a></i>. dtv, München 1979, Bd. Sp. 1013.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Claudian: <i>De consulatu Stilichonis</i>, 2, 250-5</span>
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<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Gordon Noble, Nicholas Evans: <i>Picts: Scourge of Rome, Rulers of the Northn</i>. Edinburgh 2022, S. 18.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Simon Taylor: <i>Pictish Place-Names Revisited</i>, in: Stephen T. Driscoll, Jane Geddes, Mark A. Hall: <i>Pictish Progress: New Studies on Northern Britain in the Early Middle Ages</i>. Brill, Leiden 2010, S. 67–118.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://forestryandland.gov.scot/learn/heritage/visit-heritage-sites/dun-da-lamh-fort"><i>Dun da Lamh fort.</i></a> In: <i>Forestry and Land Scotland.</i> Forestry and Land Scotland National Office,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 16. Februar 2024</span> (britisches Englisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3APikten&rft.title=Dun+da+Lamh+fort&rft.description=Dun+da+Lamh+fort&rft.identifier=https%3A%2F%2Fforestryandland.gov.scot%2Flearn%2Fheritage%2Fvisit-heritage-sites%2Fdun-da-lamh-fort&rft.publisher=Forestry+and+Land+Scotland+National+Office&rft.language=en-GB"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"> <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/asterix-neues-album-bei-den-pikten-von-jean-yves-ferri-und-didier-conrad-a-891100.html">Neues Asterix-Album Die spinnen, die Pikten!</a></i> In: <i><a href="Der_Spiegel_(online)" title="Der Spiegel (online)">Spiegel Online</a></i>, 26. März 2013, abgerufen am 17. März 2023.</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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